Es war im Jahre 1913, heute vor 90 Jahren
25.10.2003
Senioren-Hilfe war eingeladen
Es war im Jahre 1913, heute vor 90 Jahren
Im fortgeschrittenen Alter sollten wir jedes Jahr unseren Geburtstag feiern, soweit „es“ möglich ist.
Der Einladung zu diesem Fest sind wir gerne gefolgt. Fast ist anzunehmen, dass der 90. Geburtstag heutzutage nichts mehr Außergewöhnliches ist. In diesem Fall musste das Fest auf zweimal gefeiert werden, sonst wäre dies für den betagten Herrn zuviel gewesen.
Die für die Eltern sorgende Tochter Angela hat in die Cafeteria im Pflegeheim viele Freunde, Bekannte und frühere Geschäftskollegen eingeladen. Die kamen auch gerne zum Gratulieren. Der Senior Herbert K. ist nicht mehr bei bester Gesundheit, aber er wird im Heim gut versorgt. Ihm wird, durch das größtenteils verloren gegangene Augenlicht, viel vorgelesen, von Zivi Karsten und Ehrenamtlichen. Gerne hört er auch Radio, meist klassische Musik.
Herbert K. ist einer feiner Mensch. Ein waschechter Preusse „alter Schule“, aus Berlin, wie seine Ehefrau Irene, um die sich die Tochter zuhause kümmert. Alle drei schon viele Jahre in Württemberg. Er war Personalleiter einer großen bekannten Werkzeug-Maschinenfabrik in Ludwigsburg.
Seine Passion galt der Jägerei, als Gast oft im Allgäu. Deshalb haben acht Jagdhorn-Bläser ein Geburtstagsständchen vorgetragen. Eine mitfeiernde Nachbarin meinte bei der Kaffeetafel: „Heute ist er der Hahn im Korb“, womit sie recht hatte.
Es ist doch ein besonderes Fest, seinen 90. Geburtstag erleben zu dürfen. ……Und schon geht es auf den 91. zu!
Keiner bleibt vom Älterwerden verschont, ob er will oder nicht. Allen sei es vergönnt, ein solch hohes Alter zu erreichen, wenn auch oft die Gesundheit „zu wünschen übrig lässt“.

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Hosch des au scho ghört?
25.10.2003
Senioren-Hilfe war dabei
Maria Brümmer beim Lese-Nachmittag im Hans Klenk-Haus
– „Hosch des au scho ghört?“ –
(Hast du das auch schon gehört?)
Sie selbst zählt sich mit ihren 85 Jahren noch nicht zu den „Alten“. Immer noch „sprudeln“ Gedichte und Geschichten aus ihrer Feder – wie bereits in den fünf von ihr veröffentlichten Büchern -. Eine urschwäbische Schriftstellerin aus Ludwigsburg, allseits bekannt und beliebt, mit ihren, manchmal etwas derben Dialekterzählungen und Versen aus dem erlebten Alltag. Die Senioren verstehen sie und haben wieder gerne zugehört, sie kennen Maria Brümmer.
Am Flügel begleitete die langjährige Partnerin Luise Wallner, auch eine hochbetagte Seniorin, aus Fellbach. Die Heimbewohner sangen die bekannten Volkslieder kräftig mit. Weit über den Landkreis hinaus sind die beiden Damen unterwegs, um die schwäbische Mundart unter die Leute zu bringen.
Maria Brümmer hat eine eigene, deutlich erkennbare Ausdrucksweise, besonders das Rollende „r“, aus ihrer Heimat, nahe Schwäbisch Hall. Beim Vorlesen spürt man, als ob alles eben erst passiert wäre. Die Buchillustrationen stammen von der Künstlerin Freda Haas.
Ein vergnüglicher, heimatnaher Herbstnachmittag im Pflegeheim.

Foto: Pflegeheim, links Maria Brümmer, am Flügel Luise Wallner
Leben und Wohnen im Pflegeheim
23.10.2003
Vorhanden war der Altbau, etwa um 1900 gebaut, total saniert, das frühere „Stadtspital“ in Ludwigsburg. Daneben, seit mehr als einem Jahr bezogen, das AWO-Pflegezentrum Hans Klenk Haus.
Mit 90 Einzelzimmern ausgestattet, barrierefreien Nasszellen. Alles ist vorhanden, was ein älterer und kranker Heimbewohner braucht. Verteilt auf drei Wohnebenen, hell und sonnig, kein Zimmer nach Norden.
Geräumige Tagesräume: die „Wohnstuben“, in welchen sich die Senioren aufhalten können und verpflegt werden. Ein leichtes Arbeiten für die Pflegekräfte und HelferInnen. Viele Angehörige und Ehrenamtliche kommen regelmäßig ins Haus und helfen mit, auch in anderen Bereichen.
Ein heller Innenhof, mit einem runden Glasdach, lässt viel Licht in alle Stockwerke. Im Altbau sind Küche und Büros, mit Sozialstation untergebracht.
Der nördliche Stadtteil ist mit dieser neuen Anlage, einem großflächi gen Heimgarten mit Teich, bequemen Fußwegen, bereichert worden. Mögen sich alle Heimbewohner – auch in dem gepflegten Therapiegarten – recht lange in diesem Haus wohl fühlen.

(Hausprospekt unter http://www.awo-ludwigsburg.de)
„Literarische Dämmerstunde“ im Hans Klenk-Haus
23.10.2003
Senioren-Hilfe war zu Gast
„Literarische Dämmerstunde“ im Hans Klenk-Haus
– Lesung mit Ralf Preusker –
Dem Sozialen Dienst des Pflegeheims gelang es mit Erfolg für die rüstigen Seniorinnen und Senioren erstmalig einen Leseabend zu gestalten. Dazu konnte der Ludwigsburger Schriftsteller, Rezitator und Maler Ralf Preusker gewonnen werden.
„Unterhaltsame und doch anspruchsvolle Literatur beliebter Autoren“ lautete der Programmzettel. Leicht verständliche, amüsante und ernste Texte hat Preusker vorgetragen. Mit eingehender Stimme las er aus dem großen Heinz Erhardt-Buch, Geschichten und Wahrheiten von Ludwig Thoma, die Streiche von Max und Moritz von Wilhelm Busch, und als „Betthupferle“ „Vom Schlafen“, von Th. Troll, „wie man sich bettet“, und an deren nützlichen Betrachtungen.
Gerne möchten die Heimbewohner Ralf Preusker zur abendlichen Stunde wieder sehen. Es kommen ja noch manche lange Herbst- und Winterabende, die dieser sinnvollen Bereicherung des Alltags im Pflegeheim dienen können. –
Weitere kurzweilige Lesungen, z.B. über die Stadt Ludwigsburg, vielleicht aus dem Bildband der „Unteren Stadt“ und auch Märchen können eingeplant werden, meinte Preusker, der das erste Mal vor den dankbaren Senioren aufgetreten ist.
„Einmal etwas anderes“, meinte eine begeisterte Heimbewohnerin. Frau Christa Kurtenbach vom Soz. Dienst begleitete durch den Abend.

„Historische“ Schmiede in Ludwigsburg wird Museum
18.10.2003
SENIOREN-HILFE war dabei:
„Historische“ Schmiede in Ludwigsburg wird Museum – ältester Hufschmiedemeister Hermann Schäfer aus der „Unteren Stadt“ –

Dieser Tage kurz in der Presse erwähnt, und schon wurde das Haus des ältesten Hufschmieds in Ludwigsburg zum „Erlebnisort“. Man erkennt es an den „eisernen Ringen“ am Gemäuer. Innen sieht es aus, als ob da noch gearbeitet wird, alte Werkzeuge, Rauchfang mit Blasebalg, Amboss und Hämmer in jeder Größe, verrusste Wände und schwarze Decke.

Der Möglinger Schmiedemeister Gotthilf Hiesinger und seine beiden Mitarbeiter Ralph Schindler/Geselle und Christoph Wedel/Praktikant weckten die Schmiede Ecke Hospital- und Untere Reithaus-Straße aus dem „Dornröschenschlaf“. Mit Holzkohle wurde das Feuer angefacht, um die Eisen zum Glühen zu bringen. Dann wurden diese rot-orange glühenden Eisenstücke zum Hufeisen geschmiedet. Öfters in Wasser abgekühlt, wieder in die Feuersglut gelegt, weiter durch die kräftigen Hammerschläge geformt und mit Öffnungen für die Nägel versehen. Alle Eisen werden nach den Hufgrößen der Pferde gefertigt und angepasst. Eine wahre traditionelle Handwerkskunst diese Hufbeschlagsarbeiten.

Die seit 1887 bestehende Schmiedewerkstatt der Familie Schäfer wurde von ihr seit 1919 betrieben. Die Angehörigen möchten das Museumsstück unverändert bestehen lassen. Das Städt. Museum von Ludwigsburg und Engagierte des Bürgervereins der Unteren Stadt e.V. wollen zum Schloßjubiläum 2004 dieses historische Handwerk in alter Umgebung, eben diese Werkstatt, mit in die Darstellung der früheren Gewerke, der vielen örtlichen Handwerker mit einbeziehen.
Es wurde ein unerwartetes Erlebnis bei diesem Auftakt, zu welchem ein Film zur Dauereinrichtung gedreht wird. Meister Hiesinger bot mit seinen beiden Mannen alles was zum Hufe beschlagen gehört: zwei kräftige, muskelbepackte Arme und Kraft. So wie es der alte Besitzer und Schmiedemeister Hermann Schäfer selbst bis ins hohe Alter in seinem Betrieb ausgeübt hat. Urkunden des Landwirtschaftsministeriums von 1970-1972 zeigen seine guten Leistungen.

Der älteste Hufschmied Ludwigsburgs, über 90 Jahre alt, wohnt und lebt seit einiger Zeit im Pflegeheim Hans Klenk-Haus. Er wurde zu diesem Ereignis vom seinem Enkel vom Heim dazu geholt. Der heute 51 jährige Gotthilf Hiesinger arbeitete vor über 30 Jahren in der Schmiede von Hermann Schäfer.

Viele Interessenten, Presseleute und Fotografen waren gekommen. Sie haben alles „original“ und fachgerecht miterlebt: Das Schmieden der Hufeisen, nach alter Handwerkerart. Bei manchen Eisen mussten doch die modernen „Maschinen“ ein wenig Hilfe leisten. Zu dieser Vorführung waren zwei „lammfromme“ Pferde gebracht worden, die ihre Hufbeschläge erneuert bekamen. Ein Angehöriger von Herrn Schäfer meinte: „Die haben jetzt ihre Winterbereifung draufbekommen!“
Später zeigte Hiesinger das Dengeln einer Sense (…durch Hammerschläge schärfen…). Ein Filmmann meinte: „Das ist Musik“, und er hatte recht. Noch in der Ferne hörte man das rhythmische Hämmern.

Meister Hiesinger äußerte: „Meine Mitarbeiter sind meine Freunde“, das hört man auch nicht jeden Tag! Ein „rollender Hufbeschlagsbetrieb“ im ganzen Kreis Ludwigsburg und ein „pfundiges“ Team. Für manche Besucher war es ein Ausflug zurück in die Kindheit, mögen viele andere später an diesem Erlebnis teilhaben, das ab 01. Mai 2004 durch solche Vorführungen in der alten Schmiede für die jüngeren Generationen weiterleben soll.
Hufeisen sollen doch Glück bringen!