„Historische“ Schmiede in Ludwigsburg wird Museum
18.10.2003
SENIOREN-HILFE war dabei:
„Historische“ Schmiede in Ludwigsburg wird Museum – ältester Hufschmiedemeister Hermann Schäfer aus der „Unteren Stadt“ –

Dieser Tage kurz in der Presse erwähnt, und schon wurde das Haus des ältesten Hufschmieds in Ludwigsburg zum „Erlebnisort“. Man erkennt es an den „eisernen Ringen“ am Gemäuer. Innen sieht es aus, als ob da noch gearbeitet wird, alte Werkzeuge, Rauchfang mit Blasebalg, Amboss und Hämmer in jeder Größe, verrusste Wände und schwarze Decke.

Der Möglinger Schmiedemeister Gotthilf Hiesinger und seine beiden Mitarbeiter Ralph Schindler/Geselle und Christoph Wedel/Praktikant weckten die Schmiede Ecke Hospital- und Untere Reithaus-Straße aus dem „Dornröschenschlaf“. Mit Holzkohle wurde das Feuer angefacht, um die Eisen zum Glühen zu bringen. Dann wurden diese rot-orange glühenden Eisenstücke zum Hufeisen geschmiedet. Öfters in Wasser abgekühlt, wieder in die Feuersglut gelegt, weiter durch die kräftigen Hammerschläge geformt und mit Öffnungen für die Nägel versehen. Alle Eisen werden nach den Hufgrößen der Pferde gefertigt und angepasst. Eine wahre traditionelle Handwerkskunst diese Hufbeschlagsarbeiten.

Die seit 1887 bestehende Schmiedewerkstatt der Familie Schäfer wurde von ihr seit 1919 betrieben. Die Angehörigen möchten das Museumsstück unverändert bestehen lassen. Das Städt. Museum von Ludwigsburg und Engagierte des Bürgervereins der Unteren Stadt e.V. wollen zum Schloßjubiläum 2004 dieses historische Handwerk in alter Umgebung, eben diese Werkstatt, mit in die Darstellung der früheren Gewerke, der vielen örtlichen Handwerker mit einbeziehen.
Es wurde ein unerwartetes Erlebnis bei diesem Auftakt, zu welchem ein Film zur Dauereinrichtung gedreht wird. Meister Hiesinger bot mit seinen beiden Mannen alles was zum Hufe beschlagen gehört: zwei kräftige, muskelbepackte Arme und Kraft. So wie es der alte Besitzer und Schmiedemeister Hermann Schäfer selbst bis ins hohe Alter in seinem Betrieb ausgeübt hat. Urkunden des Landwirtschaftsministeriums von 1970-1972 zeigen seine guten Leistungen.

Der älteste Hufschmied Ludwigsburgs, über 90 Jahre alt, wohnt und lebt seit einiger Zeit im Pflegeheim Hans Klenk-Haus. Er wurde zu diesem Ereignis vom seinem Enkel vom Heim dazu geholt. Der heute 51 jährige Gotthilf Hiesinger arbeitete vor über 30 Jahren in der Schmiede von Hermann Schäfer.

Viele Interessenten, Presseleute und Fotografen waren gekommen. Sie haben alles „original“ und fachgerecht miterlebt: Das Schmieden der Hufeisen, nach alter Handwerkerart. Bei manchen Eisen mussten doch die modernen „Maschinen“ ein wenig Hilfe leisten. Zu dieser Vorführung waren zwei „lammfromme“ Pferde gebracht worden, die ihre Hufbeschläge erneuert bekamen. Ein Angehöriger von Herrn Schäfer meinte: „Die haben jetzt ihre Winterbereifung draufbekommen!“
Später zeigte Hiesinger das Dengeln einer Sense (…durch Hammerschläge schärfen…). Ein Filmmann meinte: „Das ist Musik“, und er hatte recht. Noch in der Ferne hörte man das rhythmische Hämmern.

Meister Hiesinger äußerte: „Meine Mitarbeiter sind meine Freunde“, das hört man auch nicht jeden Tag! Ein „rollender Hufbeschlagsbetrieb“ im ganzen Kreis Ludwigsburg und ein „pfundiges“ Team. Für manche Besucher war es ein Ausflug zurück in die Kindheit, mögen viele andere später an diesem Erlebnis teilhaben, das ab 01. Mai 2004 durch solche Vorführungen in der alten Schmiede für die jüngeren Generationen weiterleben soll.
Hufeisen sollen doch Glück bringen!
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Krankengymnastik vor Ort
12.10.2003
Senioren-Hilfe ist aufgefallen,…
……dass sich im Pflegeheim, schon seit Jahren, eine rührige, aktive Dame um die betagten und kranken Bewohnerinnen und Bewohner bemüht. Sie hat immer ein freundliches Lächeln im Gesicht und für die Vorbeigehenden ein nettes „Grüss Gott“ übrig. Man merkt nicht gleich wer diese Dame ist. Erst nach mehrmaliger Begegnung erfährt man von ihrem Tun und Handeln im Heim.

Frau G. Kortmann bei ihrer täglichen Arbeit im Heim
Es ist die Krankengymnastin Frau Gabriella Kortmann, von der Praxis G. Kortmann und H. Ostertag-Scriba, Ludwigsburg. Eine Physiotherapeutin, eine freiberufliche, ausgebildete Fachfrau, die durch Gymnastik die Behandlung von Kranken unterstützt und mit gezielten Übungen und Anwendungen den gesamten Bewegungsapparat am menschlichen Körper verbessern soll. Oftmals für die betroffenen Patienten, besonders älteren Menschen, eine langwierige und viel Geduld erfordernde Therapiemaßnahme. Insbesondere nach Krankheiten, Operationen und Unglücksfällen.
Diese hilfreiche und notwendige Unterstützung durch Gymnastik ist jedoch in letzter Zeit sehr ins Abseits gedrängt worden, und wird von den Kranken-und Pflegekassen teilweise als nicht erstattungsfähig abgelehnt. Die Hausärzte unserer Seniorinnen und Senioren können vielfach die anfallenden Kosten nicht mehr vertreten.
Eine sehr bedauerliche Erscheinung in unserem „Gesundheitsbereich“, die sich viele unsere „Alten“ aus eigenem Geldbeutel einfach nicht mehr leisten können.
Mit diesem Beitrag soll die tägliche und unermüdliche Arbeit dieses Berufsstandes einmal hervorgehoben werden. Welche Leistungen diese Therapeuten in ihren aufwändig eingerichteten Praxen anbieten und durchführen können, wenn das „liebe Geld“ nicht wäre.
Danke dem Team der Praxis in der Kurfürstenstr. 14 in Ludwigsburg, auch für den Einsatz in diesem Alten-und Pflegeheim.
Senioren-Hilfe hat „restauriert“
12.10.2003
Dieser Jugenstil-Schrank hat sicher genau so viele Jahre „auf dem Buckel“, wie mancher Bewohner im Pflegeheim, wenn nicht noch mehr. Gebaut etwa um 1900. Sicher dem Pflegeheim von einem früheren Bewohner als „Erbstück“ überlassen.

Er befand sich – etwas unscheinbar – in einem kleinen Besprechungsraum, mehrfach mit weißen Farbschichten bedeckt, wohl alten, aber nicht zum Stil passenden schwarzen Metall-Beschlägen versehen und wurde als Geschirr-Schrank benützt. Einfach ein Gebrauchsmöbel.
Die seitlichen und Türfüllungen waren aus Sperrholz. Überdeutliche Gebrauchsspuren waren dem „guten Stück“ anzusehen. Es „schrie“ direkt nach einer Veränderung. Passende „antike“ Farbe wird es auf dem Markt wohl nicht mehr geben.
Dieser Schrank musste auf jeden Fall erhalten bleiben, gleich wie. Nach Absprache mit der Hauswirtschaft wurde ich damals gebeten, mich dieses alten Möbels anzunehmen. Was daraus geworden ist, sehen Sie auf dem Foto.
Die alte Farbe, mit der damaligen Grundierung musste durch Ablaugen entfernt werden. Die Sperrholzteile wurden vorsichtig herausgenommen und durch Glasscheiben ersetzt. Hobbyarbeit war jetzt gefragt. Schleifen, schleifen und wieder schleifen, bis das Naturholz einwandfrei zum Vorschein kam.
Alle Holzteile wurden mit Schellack-Grundierung eingelassen, wohltuend für das Möbel. Ein pasteuser Wachsauftrag sollte einen matten Glanz ergeben. Passende, natürlich nachgearbeitete Beschläge wurden beschafft. Aus dem etwas vernachlässigten Geschirrschrank wurde eine vielseitig verwendbare Glasvitrine, an welcher sich die Heimbewohner täglich in ihrer „Wohnstube“ erfreuen können. Das „alte Stück“ ist durch das „Aufarbeiten“ neu geworden, wohl wissend, dass auch das alte Aussehen hätte – in besserem Zustand – bestehen bleiben können. Ja, wenn, durch den jahrzehntelangen „Gebrauch“ die „Unansehlichkeit“ nicht so stark gelitten hätte. Jetzt kann sich das Möbelstück sicherlich auf einen neuen langjährigen Bestand und großer Beachtung „freuen“.
(Hobbyarbeit des Herausgebers dieser homepage.)
Kürbis-Ausstellung im „Blühenden Barock“ – 2003
07.10.2003
Der Welt größte Kürbis-Ausstellung im „Blühenden Barock“ Schloß Ludwigsburg September 2003
Senioren-Hilfe war auch dieses Jahr wieder dabei…..
…..mit den vielen betagten Seniorinnen und Senioren vom Pflegezentrum Hans Klenk-Haus in Ludwigsburg. Es waren drei herrliche, sonnige angenehme Spätsommertage, in diesen Wochen. Wir alle haben es mit dem Wetter prima erwischt, kamen durch das Rollstühle schieben manchmal sogar ins Schwitzen. Auch waren von den Heimbewohnern einige noch gut zu Fuß dabei.
Die Kürbis-Ausstellung hat allen wieder gefallen. Hilfsbereite „Johanniter“ hatten die Transporte – hin und zurück durchgeführt. Dank dafür! Im Parkcafe konnten wir uns alle bei Kaffee und Kuchen erholen.
Rundum, es waren wieder gut organisierte Heimausflüge. Besonderen Dank an den Sozialen Dienst des Hauses und an die vielen freiwilligen Helfer, ohne diese solche Unternehmungen nicht zu bewältigen wären. Ein besonderes Dankeschön auch an die Angehörigen, die gerne mit dabei waren. Es war eine willkommene Abwechslung zum fast alltäglichen Heimbesuch. Bis zum nächsten Mal!
Vielleicht lässt sich die Stadt Ludwigsburg zum 300-jährigen Schlossjubiläum in 2004 etwas Besonderes für die Besucher von nah und fern einfallen. – Gelungene Fotos sind wieder im Pflegeheim auf allen drei Wohnbereichen zu besichtigen, einschliesslich „Kürbisse satt“!

(Foto: Horst Gosslar)
SENIOREN-HILFE informiert: Austrocknung
03.09.2003
Austrocknung größte Gefahr für alte Menschen Flüssigkeitsmangel führt zu Unterversorgung von Gehirn und Organen
(red.) Alte Menschen zum Trinken zu bewegen ist ein harter Job, egal ob im Heim oder zu Hause. Ärzte weisen immer wieder darauf hin, dass Senioren oft kein Durstgefühl mehr haben oder nicht ständig auf die Toilette wollen. Da gelte es, unermüdlich Getränke unterschiedlicher Geschmacksrichtungen und viel wasserhaltiges Obst anzubieten. Austrocknung führt zu sinkendem Blutdruck, Kreislaufschwäche, Unterversorgung von Gehirn und Organen sowie zu „Durstfieber“. Der geschwächte Körper sei dann anfälliger für sonst harmlose Erreger, erklärt Angela Wirtz, Seuchenexpertin des hessischen Umweltministeriums.
Bei Hitze seien Trinkprotokolle und tägliches Fiebermessen Pflicht, sagen Fachärzte für Altersheilkunde. Denn die Körpertemperatur sei ein Indiz für Austrocknung.
Ob Flüssigkeitsmangel rechtzeitig erkannt wird, hängt vom Ausbildungsstand des Personals ab. Werden teuere Fachkräfte schleichend durch Hilfen ersetzt, kann Gefahr im Verzug sein. In diesem Zusammenhang weist Harald Nier, Leiter des Referats Altenhilfe der Diakonie Baden, darauf hin, dass in Baden-Württemberg in den nächsten zehn Jahren mindestens 4000 Pflegekräfte fehlen würden.
Textübernahme mit freundl. Genehmigung der Ludwigsburger Kreiszeitung vom 22.08.2003