Ludwigsburg – Stationen einer Stadt
Bürgerverein inmitten unserer Geschichte:
Beschreibung eines Kapitels aus dem Buch
Ludwigsburg – Stationen einer Stadt
von Andrea Hahn
Jagdschloss – Residenz – Garnison – Medienstandort
Vom Anfang bis heute, ins 300. Jubiläumsjahr 2004, hat die Schriftstellerin Andrea Hahn „alles“ auf einen Nenner gebracht. Sie hat in ihrem kleinen handlichen Büchlein nahezu nichts vergessen.
Auf Seite 80 beginnt mit dem Titel: Kanonen, Holzkernräder und ein „Reinlichkeitsproblem“ die Beschreibung der Unteren Stadt Ludwigsburgs. Es macht einfach Freude diese Zeilen zu „verschlingen“, Leser sind gleich mittendrin im Geschehen. Sie erkennen die wichtige Bedeutung dieses ältesten Stadtteils. Entstanden aus ärmlichen und einfachsten Verhältnissen, zu einem mit beiden Händen anpackenden Handwerkervolk. Zugereist aus vielen Ländern zum Schlossbau. Fast so wie es heute in den kleinen Strassen und Gassen, den vielen hergerichteten Häusern, anzutreffen ist. Menschen wohnen und leben dort aus „aller Herren Länder“.
Als Kernzelle des Handwerks wird die Untere Stadt beschrieben. Dort liessen sich Handwerker und Geschäftsleute nieder, die die Versorgung der lokalen Bedürfnisse übernahmen. Sie leisteten Pionierarbeit durch ihre Geschicklichkeit, ohne die eine Residenz-, eine Militär- und Bürgerstadt nicht auskam um weiterwachsen zu können. Wörtlich: Die Geschichte dieser “kleinen Leute“ und ihrer Siedlung wach zu halten, hat sich der 1893 gegründete „Verein der Unteren Stadt“ zu einer seiner vielfältigen Aufgaben gemacht.
Und diese getroffene Feststellung gilt auch im 111. Jahr des Bestehens der Bürgervereins. Unsere Geschichte wiederholt sich doch – immer mit anderen Menschen. Eine sachliche, informative, kurzweilige Beschreibung vom „Erdhügel“ bis ins 21. Jahrhundert.

Mit freundlicher Genehmigung des Verlags Andreas Hackenberg, 71638 Ludwigsburg © 2004
126 S., farbig, 45 Abb. Gebunden (Fadenheftung), ISBN 3-937280-02-02, 14,90 €, http://www.vam-hackenberg.de und der Autorin Andrea Hahn
Die Leser warten auf die im September 2004 erscheinenden „Literarische Spuren“ zum 200. Geburtstag von Eduard Mörike.
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Programm zum Festtag der Unteren Stadt
Ein Festtag in der Unteren Stadt am Samstag, 01. Mai 2004
Veranstalter: Städtisches Museum der Stadt Ludwigsburg
Programm zum 300. Geburtstag Schloss Ludwigsburg
10.30 Uhr
„Unterwegs von A nach B“ – Eröffnung der Ausstellung zur Unteren Stadt im Städtischen Museum
Ludwigsburg / Kulturzentrum. Erster Bürgermeister Andreas Hesky
11.30 Uhr
Eröffnung des Heilbronner Torhauses mit der Ausstellung des Vereins der Unteren Stadt über
„Das alte Handwerk“. Oberbürgermeister Werner Spec
12.30 Uhr
Einweihung der neu gestalteten Marstallstraße mit neuem Reithaus-Portal. Oberbürgermeister
Werner Spec und Frank Ritschek, Geschäftsführer der Marstall-Verwaltungsgesellschaft
13.00 Uhr
Eröffnung der Alten Hufschmiede in der Unteren Reithausstraße mit Schauschmieden und
Pferdebeschlagen. Erster Bürgermeister Andreas Hesky
14.00 Uhr
Führung durch die Untere Stadt mit überraschenden Begegnungen (Wolfgang Könninger und
Timo Brunke)
14.30 Uhr
Besteigung des Marstall-Centers mit Edmund Banhart
15.00 Uhr
Führung mit Dr. Sting durch die Untere Stadt
15.00 Uhr
„Reserl am Hof“, Verfilmung nach dem Buch von Tony Schumacher. Nachmittagsfilm im Luna-Kino
15.30 Uhr
Führung durch das Palais Grävenitz mit Baron von Bühler (alias Herbert Rommel)
16.00 Uhr
Führung durch die Untere Stadt mit überraschenden Begegnungen (Wolfgang Könninger und
Timo Brunke)
16.30 Uhr
Führung mit Dr. Sting durch die Untere Stadt
17.00 Uhr
Vortrag von Daniel Schulz (MA) : „Die Kroaten beim Schlossbau“ Kroatische Gemeinde
Nachmittagsfilm Luna (Titel noch offen)
Führung durch das Palais Grävenitz mit Baron von Bühler (alias Herbert Rommel)
17.30 Uhr
Vortrag von Dr. Klaus Merten über „Eberhard Ludwig“ / Palais Grävenitz
18.00 Uhr
Vortrag von Dr. Sybille Oßwald-Bargende über „Das Grävenitz-Palais“ / Palais Grävenitz
20.00 Uhr
Der Tag klingt aus . . . Im großen Saal der Kroatischen Gemeinde mit Live-Musik
(Programm-Änderungen vorbehalten)
Öffnungszeiten im Jubiläumsjahr 2004:
„Heilbronner Torhaus“: Jeden 1. und 3. Sonntag der Monate Mai bis Oktober von 11 – 17 Uhr
„Hufschmiede Schäfer“ untere Reithausstrasse: Jeden 1. und 3. Samstag der Monate Mai bis Oktober von 11 – 16 Uhr
Ein Stadtteil steht für einen Tag ganz im Blickpunkt.
Der älteste in Ludwigsburg: die Untere Stadt.
Vor dreihundert Jahren begannen die aus ganz Europa angereisten Handwerker, Architekten und Künstler mit dem Bau des Barock-Schlosses.
Alte Strassen, Plätze und aufwändig sanierte Gebäude treten wieder markant ins Stadtbild. Bedeutend war und ist die
Marstallstrasse, mit den historischen Bauten, auch dem ältesten Haus der Stadt, das Gasthaus „Waldhorn“.Zum Fest wird der damalige Zweck und Nutzen wieder wach gerufen, dargestellt und mit Leben ausgefüllt. Reges Treiben sollen die Bürger und Gäste dort miterleben und sich in die seinerzeitige Stadtgeschichte zurück versetzen lassen. Die ganze Strasse wurde erneuert und verschönert. Als krönender Abschluß wird das ehemalige – aus Stein gehauene – Reithaus-Portal auf Stelen aufgestellt, am Festtag enthüllt und einen Ehrenplatz erhalten. Direkt am Marstall-Center, einem neuzeitlichen Bau, nicht zu jedermanns Freude.
Das städtische Museum eröffnet eine Ausstellung mit dem Titel „Unterwegs von A nach B“. Der Gegensatz zwischen Schloss und wachsender Stadt.
Eines der sechs Torhäuser, das Heilbronner Torhaus wird nach einer Totalsanierung an diesem Tag mit der Ausstellung „Das alte Handwerk“ eröffnet und zur Nutzung dem Bürgerverein der Unteren Stadt 1893 e.V. übergeben.
In der alten Handwerker-Strasse, Untere Reithausstrasse wird die Hufschmiede Schäfer – eine original erhaltene Werkstätte – eröffnet. Das war der Wunsch des vor kurzem verstorbenen, 95-jährigen Besitzers, dessen Familie diese historische Tradition des Schmiedes erhalten möchte.
Im Programmheft werden eine Vielzahl von Mitwirkenden und Unterstützern genannt, die alle an diesem Festtag an einem der Orte präsent sein werden. Denn ohne sie würde dieses Fest überhaupt nicht zustande kommen. Das bürgerschaftliche Engagement zum Gemeinwohl der Stadt Ludwigsburg muss an erster Stelle genannt werden. Ein grosses Dankeschön haben alle schon jetzt verdient, bevor das grosse Geburtstagsfest begonnen hat.
Historische Schmiede
„Historische“ Schmiede in Ludwigsburg wird Museum
– ältester Hufschmiedemeister Hermann Schäfer aus der „Unteren Stadt“ –

Hermann Schäfer verstorben – 10.03.2004
Dieser Tage kurz in der Presse erwähnt, und schon wurde das Haus des ältesten Hufschmieds in Ludwigsburg zum „Erlebnisort“. Man erkennt es an den „eisernen Ringen“ am Gemäuer. Innen sieht es aus, als ob da noch gearbeitet wird, alte Werkzeuge, Rauchfang mit Blasebalg, Amboss und Hämmer in jeder Größe, verrusste Wände und schwarze Decke.

Der Möglinger Schmiedemeister Gotthilf Hiesinger und seine beiden Mitarbeiter Ralph Schindler/Geselle und Christoph Wedel/Praktikant weckten die Schmiede Ecke Hospital- und Untere Reithaus-Straße aus dem „Dornröschenschlaf“. Mit Holzkohle wurde das Feuer angefacht, um die Eisen zum Glühen zu bringen. Dann wurden diese rot-orange glühenden Eisenstücke zum Hufeisen geschmiedet. Öfters in Wasser abgekühlt, wieder in die Feuersglut gelegt, weiter durch die kräftigen Hammerschläge geformt und mit Öffnungen für die Nägel versehen. Alle Eisen werden nach den Hufgrößen der Pferde gefertigt und angepasst. Eine wahre traditionelle Handwerkskunst diese Hufbeschlagsarbeiten.

Die seit 1887 bestehende Schmiedewerkstatt der Familie Schäfer wurde von ihr seit 1919 betrieben. Die Angehörigen möchten das Museumsstück unverändert bestehen lassen. Das Städt. Museum von Ludwigsburg und Engagierte des Bürgervereins der Unteren Stadt e.V. wollen zum Schloßjubiläum 2004 dieses historische Handwerk in alter Umgebung, eben diese Werkstatt, mit in die Darstellung der früheren Gewerke, der vielen örtlichen Handwerker mit einbeziehen.
Es wurde ein unerwartetes Erlebnis bei diesem Auftakt, zu welchem ein Film zur Dauereinrichtung gedreht wird. Meister Hiesinger bot mit seinen beiden Mannen alles was zum Hufe beschlagen gehört: zwei kräftige, muskelbepackte Arme und Kraft. So wie es der alte Besitzer und Schmiedemeister Hermann Schäfer selbst bis ins hohe Alter in seinem Betrieb ausgeübt hat. Urkunden des Landwirtschaftsministeriums von 1970-1972 zeigen seine guten Leistungen.

Der älteste Hufschmied Ludwigsburgs, über 90 Jahre alt, wohnt und lebt seit einiger Zeit im Pflegeheim Hans Klenk-Haus. Er wurde zu diesem Ereignis vom seinem Enkel vom Heim dazu geholt. Der heute 51 jährige Gotthilf Hiesinger arbeitete vor über 30 Jahren in der Schmiede von Hermann Schäfer.

Viele Interessenten, Presseleute und Fotografen waren gekommen. Sie haben alles „original“ und fachgerecht miterlebt: Das Schmieden der Hufeisen, nach alter Handwerkerart. Bei manchen Eisen mussten doch die modernen „Maschinen“ ein wenig Hilfe leisten. Zu dieser Vorführung waren zwei „lammfromme“ Pferde gebracht worden, die ihre Hufbeschläge erneuert bekamen. Ein Angehöriger von Herrn Schäfer meinte: „Die haben jetzt ihre Winterbereifung draufbekommen!“
Später zeigte Hiesinger das Dengeln einer Sense (…durch Hammerschläge schärfen…). Ein Filmmann meinte: „Das ist Musik“, und er hatte recht. Noch in der Ferne hörte man das rhythmische Hämmern.

Meister Hiesinger äußerte: „Meine Mitarbeiter sind meine Freunde“, das hört man auch nicht jeden Tag! Ein „rollender Hufbeschlagsbetrieb“ im ganzen Kreis Ludwigsburg und ein „pfundiges“ Team. Für manche Besucher war es ein Ausflug zurück in die Kindheit, mögen viele andere später an diesem Erlebnis teilhaben, das ab 01. Mai 2004 durch solche Vorführungen in der alten Schmiede für die jüngeren Generationen weiterleben soll.
Hufeisen sollen doch Glück bringen!
Ludwigsburg und sein Barockschloß
Zur gefälligen Eröffnung:

Ludwigsburg und sein Barockschloß feiern im Jahre 2004 den 300. Geburtstag
Die Stadt der Könige, Fürsten, Herzöge, Dichter und Denker, Erfinder, Künstler und Handwerker, damals im Jahr 1704 und heute mit bedeutenden Großunternehmen „weltweit bekannt“ und seinen etwa 85.000 Bürgerinnen und Bürgern beginnen in Kürze mit den Festlichkeiten.
Eine Vielzahl von interessanten Internet-Seiten stehen bereit:
http://www.barockerlebnis.de
http://www.ludwigsburg.de
http://www.schloesser-und-gaerten.de
http://www.schlossludwigsburg.de
(Diese Adressen enthalten alle wichtigen bevorstehenden Ereignisse.)
Der älteste Stadtteil, die „Untere Stadt“, aus welchem die Handwerker und Bauarbeiter zum Schlossbau kommen, begeht einen eigenen Festtag am 01. Mai 2004.
Dazu sind viele ehrenamtlich Engagierte bereit mitzuwirken. In der Regie des Bürgervereins der Unteren Stadt 1893 e.V. werden verschiedene Örtlichkeiten eröffnet und dem Publikum vorgestellt und zugänglich gemacht.
Darunter befindet sich eines der historischen Torhäuser der Stadt, das aufwändig saniert wurde und in die Obhut des Vereins zur Nutzung übergeben wird, das „Heilbronner Torhaus“. In der Schlossstrasse 52 befindet sich das kleine, im klassizistischen Stil, etwa um 1805 erbaute Tor- und Wächterhäuschen, welches sich von den anderen fünf Torhäusern durch seine Bauart abhebt.
Mit der Überschrift „Das alte Handwerk“ wird ein Beitrag, die dort am 01.05.2004 beginnende Daueraustellung, im Einzelnen darstellen und erläutern. Eröffnet werden die umgebaute Marstallstrasse mit dem renovierten Marstall-Portal, sowie die Hufschmiede Schäfer in der Unteren Reithausstrasse.
Weiteres wird in Kürze auf dieser Seite eingestellt.
Als Begleitmaterial dient der soeben erschienene „City-Guide Ludwigsburg“, sowie der Stadt-und Schlossführer Ludwigsburg – © 2004 Kraichgau-Verlag, 76698 Ubstadt-Weiher.

Es wird! …ein Mosaikstein in der Historie Ludwigsburgs
– das Heilbronner Torhaus –
Der soeben bei der Stadtinformation erschienene „City-Guide“ Ludwigsburg, erwähnt auf Seite 32 (in drei Sprachen) die TORHÄUSER. Ebenso im Stadt-und Schlossführer Ludwigsburg (herausgegeben vom Kraichgau-Verlag © 2004), Seite 74.
Der Stand der Umbau-und Sanierungsmaßnahmen am und im HEILBRONNER TORHAUS (29.02.2004) lässt von außen erkennen, dass die Einweihung und Eröffnung zum 1. Mai 2004 nicht gefährdet sein dürfte. Tatkräftige Handwerkerfirmen und Freiwillige des Bürgervereins sind unentwegt am „Werkeln“, damit der Termin zum Fest in der „Unteren Stadt“ eingehalten werden kann.
Daß dieses Torhäuschen den Begriff „LEBEN“ zur stadtgeschichtlichen Präsentation, sprich „das alte Handwerk“, erhält, ist eine Verknüpfung zur damaligen Handwerkertradition + dem Leben dieser Bürger im Stadtteil „Untere Stadt“.
Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, sowie alle anderen Besucher, dürften ein Wohlgefallen an der Ausstellung der damaligen Handwerksberufe und des Bürgervereins selbst, haben. Mit einbezogen ist die seinerzeitige Orgelbaufirma Oskar Walcker.
Ein Beitrag zum 300. Geburtstag Schloss Ludwigsburg.