09.02.2003

Heitere Momente

„Das verflixte Korsett“; mit Haken und Ösen – Wenn Männer beim Kauf etwas damit zu tun haben

Viele Männer und Frauen geraten im Alter oft etwas aus der Figur.

Bei einer betagten Dame, eitel und immer gut gekleidet, war mal wieder ein neues Mieder fällig. In der Bewegung ein wenig eingeschränkt, übernahm – wie so oft auch in anderen Dingen – ihr männlicher Betreuer die Beschaffung des figurbetonenden Wäschestücks.

Vor zwei Jahren hat man in weiser Voraussicht im Haus der „Wäscheträume“ auf einer Kundenkarte alle aktuellen Maße und Größen eingetragen. Damit war ein Nachkauf gesichert. Man bat die nette Verkäuferin doch das neue Stück in 1-2 Nummern größer mitzugeben. Diese Teile sind ja auch nicht gerade billig. „Nehmen Sie dieses hier, eine etwas weichere und gut dehnbare Ausführung“, meinte die Dame hinter dem Ladentisch, auch die „Körbchen“ sind wohl geformt. Den richtigen Namen dafür habe ich vergessen.

Einen Tag später im Pflegeheim meinte die diensthabende Schwester, und hielt sich das Korsett demonstrativ vor ihren eigenen, relativ schlanken Körper, schauen Sie: nicht mal mir würde es passen, geschweige denn unserer doch etwas „vollschlanken“ alten Dame. Wir konnten uns beide ein Grinsen nicht verkneifen.

Also zurück zum Umtausch. „Was, sagte wieder die freundliche Verkäuferin, es passt nicht, ja, was machen wir denn?“ Sie holte Rat bei einer Kollegin, die meinte, „nimm doch das da hinten im Regal liegende kräftigere Stück, das ist größer und passt bestimmt“. Je größer, je teurer, habe ich auch nicht gewusst. Und es kam der Hinweis: jetzt gibt es nur noch 1 Nummer größer, aber die müssen wir bestellen und ist auch wieder teurer! Wissen Sie, die Produktion bei der Miederindustrie ist rückläufig.

Ja warum denn? Es gibt doch immer mehr ältere Menschen, und besonders Frauen. Tragen diese Damen alle kein Korsett mehr oder können sie es sich nicht leisten? Alles nicht mehr in Mode?

Es war ein neuer Versuch im Heim mit dem Anprobieren. Die Geschichte ist noch nicht zu Ende,……ob es diesmal passt? Interessieren würde noch, was wohl die hilfsbereite Schwester für diesen „pflegerischen Mehraufwand“ in die Patientenkartei schreibt? Spaß beseite! Denn es dürfte schon ein gewisser „Kraftakt“ sein, das neue Korsett zur guten Körperform bei der alten Dame anzuziehen.

Wenn eine Frau diese Story erlebt hätte, „man“ hätte darüber kein einziges Wort verloren.

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08.02.2003

Mit der kleinen Kammermusikreihe für Liebhaber, Kenner und solche die es werden wollen, wurde der dritte Konzertabend im Pflegeheim fortgesetzt.

Die beiden bereits bekannten Künstlerinnen Ludmilla Petrenko – Sopran und Irina Schwertfeger am Flügel haben den Heimbewohnern und Gästen unterhaltsame Musik am Abend geboten.

Werke unbekannter und bekannter, auch russischer Komponisten, wurden vorgetragen.

Es war, wie immer, ein leichter, eingehender Klassikabend, der an jedem ersten Freitag eines Monats mit wechselnder Besetzung stattfindet.

Immer mehr Interessierte finden den Weg ins Hans Klenk Haus. Dauer ca. 1 Stunde, der Eintritt ist frei.

07.02.2003

– Porträt –

Die allseits beliebte, 60-jährige Elke Mayer, ist trotz Behinderung und an den Rollstuhl gebunden, in ihrer ehrenamtlichen Mithilfe unermüdlich.

Ihre Berufsausbildung zur Wäscheschneiderin kommt ihr heute noch zugute. Später hat sie zur Bürokauffrau umgeschult.

Am Anfang ihrer Heimbesuche hat sie den Einsatz anderer Ehrenamtlicher geregelt. Facharzttermine mussten von den Bewohnern wahrgenommen werden, sofern diese Aufgabe nicht von Angehörigen übernommen werden konnten.

Später wandte sie sich der Mitarbeit in der Kath. Kirche zu, ein wichtiger Bestandteil der Bewohner-Betreuung. Privat versorgt sie ihren Ehemann und den gesamten Haushalt, trotz „Rolli“.

Im letzten Jahr hat das Ehepaar die Adoption einer kroatischen Familie mit 3 Kindern übernommen. Nebenbei ein wesentlicher Kostenaufwand aus privaten Mitteln.

Große Abwechslung fand Elke Mayer bei der Rollstuhltanzgruppe in Ludwigsburg beim TCL, und seit 7 Jahren in Herrenberg. Die Trainerin übernimmt freundlicherweise den Transport von hier nach auswärts. Tanzen mit dem „Rolli“ + „Fußgänger“ macht Elke Mayer großen Spaß, welchen sie noch lange beibehalten will.

Im Pflegeheim möchte sie sich der Sterbebegleitung bei Demenz-und Alzheimerkranken widmen, bei alten und alleine gelassenen Menschen – eine bemerkenswerte, ausgleichende Aufgabe, die Elke Mayer mit Idealismus und Nächstenliebe verbindet.

Eine aus dem Pflegeheim nicht mehr wegzudenkende, stets freundliche und hilfsbereite Persönlichkeit unter den Ehrenamtlichen. Im Jahr 2002 mit der Bürgermedaille der Stadt Ludwigsburg ausgezeichnet.

Danke Schwester ! Pflegealltag im Heim

FW [AW] am 17. Mai 2007

07.02.2003

Ein anstrengender Schichtdienst im Alten-und Pflegeheim.

Ausgebildete Pflegefachkräfte stehen die harte Arbeit nur mit Idealismus, Hilfsbereitschaft und Aufopferung der eigenen Gesundheit durch. Einmal diese Schwestern und Pfleger in den Vordergrund stellen, ist Sinn dieses Berichtes, ein Dankeschön für ihre mühsame, verantwortungsvolle und hilfreiche tagtägliche pflegerische Tätigkeit bei und mit den hochbetagten Menschen.

Schon früh beginnt die erste Schicht mit Übergabe des Geschehenen in der Nacht an die KollegenInnen. Ist die letzte Nacht im Haus mit den 90 Bewohnern gut verlaufen? Musste kein Notarzt gerufen werden? Hatten alle Kranken und Gebrechlichen eine angenehme Nachtruhe?

Ein neuer Tag beginnt mit den ersten Besuchen in den Wohnbereichen, mithelfen aufzustehen, mithelfen und auffordern zum Waschen oder Duschen, frische Wäsche herzurichten, Frisur herrichten, Mund-und Zahnpflege, Nachtstühle leeren und säubern, Betten machen oder neu beziehen, die ersten Medikamente verabreichen, Verbände und Einlagen wechseln und, und, und…….

Im großen Gemeinschaftsraum haben emsige KollegenInnen bereits das Frühstück gerichtet, teilweise für jeden im Besonderen abgestimmt und nach Angaben der behandelnden Ärzte. Medikamente richten, nur nichts vergessen! Und dann die Pflegedokumentationen führen, Schreibarbeit so dazwischen drin, denn später geht’s weiter, ach ja, die Soziale Betreuung übernimmt die Arbeit für den Vormittag, und Frau M. muß zum Facharzt, na ja, das erledigen die Ehrenamtlichen, und bei Herrn Z. kommt die Fuß-und Nagelpflege, die Krankengymnastin macht mit Frau B. die wichtigen Gehbewegungen so kurz nach der Operation. Etwas später ist auch die Dienstbesprechung mit der Leitung des Qualitätsmanagements……. Schon muß der Speisewagen aus der Küche geholt werden, und das Wichtigste: trinken, trinken. Essen ausgeben, Medikamente verteilen…….

Schwerstpflegebedürftige müssen besonders und schonend behandelt werden, das braucht natürlich viel mehr Zeit. Nach dem Essen machen manche Bewohner von sich aus einen kleinen Spaziergang im Heimgarten, setzen sich im Therapiegarten auf ein Bänkle oder halten Mittagsschläfchen…..dazwischen wird man am Computer eingelernt, um 14 Uhr gibt’s Kaffee und Gebäck und um 15 Uhr ist wieder die Soziale Betreuung dran, sicher wieder mit einem spannenden Thema. Aber jetzt hat die Frühschicht Dienstende mit der nächsten Übergabe. Die Putzkolonne hat ihre Arbeit auch getan.

Bald ist dieser Tag vorbei…….Vielleicht kommt doch noch Besuch von einigen Angehörigen oder Ehrenamtlichen? Der Hausarzt kommt auch noch zu Frau G. Um 17 Uhr gibt’s Abendessen, fast allen schmeckt es! Danach werden die SeniorenInnen für die Nachtruhe gerichtet, eine Wunde verbinden, Tabletten und Tropfen verteilen, schnell noch ein kleines Schwätzchen und die Pflegedoku aufs Laufende bringen, manchmal dauerts länger, es ist am Tag vieles passiert und das gehört einfach zum Pflegealltag im Heim.

Um 20 Uhr 30 beginnen die Nachtwachen mit ihrer aufmerksamen Arbeit, genau so wie die Kolleginnen tags, aber jetzt ist’s halt dunkel draussen. Rundgänge durch das weitläufige Haus halten sie auf Trab. Langweilig wird es ihnen nicht. Nachtschicht ist immer anstrengend und oft mit vielen „Fragezeichen“ verbunden.

Die Pflegekräfte treten ihren wohlverdienten Feierabend an, und das Tag für Tag, als wäre alles ein Selbstverständnis, wie in einem anderen „Betrieb“ auch. Ein freier Tag dazwischen dient zur Erholung und um persönliche Dinge zu erledigen.

Viel Motivation und Engagement für diesen Dienst gehören dazu. Danke Schwester!

Meinungen und Äußerungen tätiger Pflegekräfte. Namen sollen nicht genannt werden. Man hat Verständnis dafür.

Mit freundl. Genehmigung der Einrichtungsleitung.

27.01.2003

Die ehrenamtlich Tätigen im Pflegeheim(in loser Folge werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorgestellt).

Heute: Ilse Schmidt-Brücken mit ihrem „Montagsclub“

Seit vielen Jahren kümmert sich Ilse Schmidt-Brücken um die Seniorinnen und Senioren im Pflegeheim. In ihrem „Montagsclub“ übermittelt sie gekonnt Ereignisse aus dem aktuellen Zeitgeschehen.

Am 27.01.2003 galten die Themen den Ereignissen im vergangenen Jahr und einem Ausblick auf das Jahr 2003.

Die teilnehmenden Heimbewohner wussten auf Anhieb den einschneidenden Termin im letzten Jahr, den Umzug vom „alten“ Hans Klenk-Heim in den Neubau Hans Klenk-Haus. Jetzt fühlen sich alle Bewohner wohl und gut untergebracht.

Die Wünsche für dieses Jahr übereinstimmend: Gesundheit, Frieden für alle und „Zufriedenheit mit dem was man besitzt“. Das Leben in der Gemeinschaft jedem erträglich machen, auch oft mit kleinen Zugeständnissen.

Beim nächsten Clubtreffen soll wieder nur 1 Thema zur Diskussion stehen.

Dieser Montagsclub leistet einen sinnvollen Beitrag zum Gedächtnistraining, in gemütlicher Runde mit Frage-und Antwortspiel.

Frau Schmidt-Brücken war in ihrem Arbeitsleben Pfarramts-Sekretärin bei der Evang. Friedenskirche in Ludwigsburg, und ist bis heute eine hilfreiche Unterstützung in der Sozialen Betreuung. Möge sie dem Haus noch lange erhalten bleiben.