Selbstverständlich?

FW [AW] am 16. Mai 2007

22.01.2003

Hier schon, aber sicher nicht bei allen Familien.

Frau M. besucht ihren kranken und pflegebedüftigen Lebenspartner zweimal am Tag in Heim. Zuhause wäre diese Arbeit von ihr und auch der häuslichen Pflege nicht mehr möglich gewesen. Seit vier Jahren ist nun Herr O., Mitte 80, in stationärer Dauerpflege im Heim und in Obhut der umsichtigen Fachpflegekräfte.

Daß alle diese Leistungen viel Geld kosten, ist hinreichend bekannt. Aber die unermüdliche Frau M. nimmt jeden Tag zweimal die Fahrt von zu Hause ins Heim auf sich, um ihren Gefährten mit zu versorgen. Sei es im Umfeld des eigenen Zimmers oder in der großen „Wohnstube“ für alle. Sie holt die Essenwagen von der tiefer gelegenen Küche, hilft mit beim Essen austeilen und Geschirr abräumen, bringt auch für andere Heimbewohner manche Kleinigkeit zum Erfreuen mit, engagiert sich einfach bei vielen notwendigen ehrenamtlichen Arbeiten nebenher im Heim, als ob es selbstverständlich wäre.

Auch die anderen Angehörigen in dieser Familie kümmern sich rührend um den kranken Herrn. Die Angehörigen der anderen Bewohner sollten den Heimaufenthalt, trotz der immensen Kosten, in der verbleibenden Zeit miteinander nutzen, positiv sehen, vielleicht auch ein wenig – wie in diesem Fall – zu Gunsten anderer.

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