JES Pressetermin

FW [AW] am 17. Mai 2007

08.06.2003

Ehrenamtliches Engagement statt Schulbankdrücken: Fünf Schüler der Osterholzschule helfen im

Hans‑Klenk‑Haus aus, zwei von ihnen machen jetzt als Praktikanten weiter.                          Bild: Alfred Drossel

Die Schulbank mit dem Altersheim getauscht

Fünf Neuntklässler der Osterholzschule arbeiten mit Senioren

Diana, Rocco, Benjamin, Ci‑              ckelte Beate Roth, Religions‑              Die Generationen treffen sich

han und Patrik geben ein                   lehrerin an der Osterholzschu‑           zum Brettspiel, unternehmen

Beispiel, was ehrenamtliches          le. Über viele Jahre besuchte              kleinere Ausflüge oder tau­-

Engagement bedeutet: Die                sie regelmäßig das Altenheim             schen sich einfach nur aus.

Neuntklässler von der Oster‑           mit wechselnden Klassen. End‑         Noch bis zum 18. Juli wird das

holzschule widmen sich zwei           lich war ihr an einer Intensivie‑          Projekt laufen, ehe die Neunt-­

Stunden pro Woche den Se‑             rung der Zusammenkunft gele‑          klässler ihre Schulkarriere be-­

nioren Im Hans‑Klenk‑Haus.             gen.                                                         endet haben werden.

                                                                      Die Umsetzung ist schließ‑                 Immerhin zwei bleiben den

     „Die alten Menschen freuen           lich Friedrich Wiesenauer zu              Senioren allerdings erhalten:

sich, wenn wir sie besuchen.               verdanken. Als Mentor für Bür‑         Diana und Rocco haben den

Das stimmt wiederum uns                    gerengagement konnte er die             Vertrag für ein Praktikum im

selbst glücklich“, berichtet Dia‑          notwendigen Mittel für ein sol‑          Hans‑Klenk‑Haus in der Ta-­

na. Und tatsächlich: Schon bei            ches Vorhaben bei der Landes‑          sche. Patrik hat sich mit Erfolg

der Begrüßung durch die fünf             stiftung Baden‑Württemberg             bei einem Kleeblatt‑Heim be-­

Schüler hellen sich die Mienen           abrufen. Diese fördert mit ih‑              worben.

der betagten Heimbewohner                rem Programm „Jugend enga‑                 Alle fünf Teilnehmer an dem

auf.                                                           giert sich ‑ kurz JES ‑ die Ent‑             Projekt bekommen indes mit  Besonders die Damen strah‑                wicklung und Durchführung              ihren Schulzeugnissen ein Zer­-

len, während die jungen Her‑               von freiwilligen Projekten im               tifikat vom Jugend‑ und Kultur-­

ren sie am Arm nehmen und                Jugendbereich.                                      amt ausgehändigt. „Das kann

zum Tisch geleiten. „Ich habe                 Unter Wiesenauers Feder‑              sich insbesondere bei Bewer-­

hier richtig Spaß. Außerdem ist           führung startete so im Februar           bungen bezahlt machen“, weiß

es toll, mit Älteren zusammen‑             das Projekt „Schüler und JES             Werner Fleig, Rektor der Oster-­

zukommen“, erklärt Diana ‑                  im Pflegeheim“. „Jung und Alt           holzschule. Fleig glaubt näm-­

was dokumentiert, dass beide             müssen wieder zusammenfin‑             lich, „dass gerade soziale Kom-­

Seiten profitieren.                                  den“ fordert Wiesenauer ‑ ein            petenz in Zukunft eine Schlüs-­

     Die Idee zu dieser Begeg‑                Prinzip, das zumindest im                    selkompetenz sein wird“.

nung der Generationen entwi‑             Hans‑Klenk‑Haus funktioniert.                                       Christian Kempf

(Übernahme mit freundl. Genehmigung der Ludwigsburger Kreiszeitung, Erscheinungstermin 28.05.2003.)

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07.02.2003

– Porträt –

Die allseits beliebte, 60-jährige Elke Mayer, ist trotz Behinderung und an den Rollstuhl gebunden, in ihrer ehrenamtlichen Mithilfe unermüdlich.

Ihre Berufsausbildung zur Wäscheschneiderin kommt ihr heute noch zugute. Später hat sie zur Bürokauffrau umgeschult.

Am Anfang ihrer Heimbesuche hat sie den Einsatz anderer Ehrenamtlicher geregelt. Facharzttermine mussten von den Bewohnern wahrgenommen werden, sofern diese Aufgabe nicht von Angehörigen übernommen werden konnten.

Später wandte sie sich der Mitarbeit in der Kath. Kirche zu, ein wichtiger Bestandteil der Bewohner-Betreuung. Privat versorgt sie ihren Ehemann und den gesamten Haushalt, trotz „Rolli“.

Im letzten Jahr hat das Ehepaar die Adoption einer kroatischen Familie mit 3 Kindern übernommen. Nebenbei ein wesentlicher Kostenaufwand aus privaten Mitteln.

Große Abwechslung fand Elke Mayer bei der Rollstuhltanzgruppe in Ludwigsburg beim TCL, und seit 7 Jahren in Herrenberg. Die Trainerin übernimmt freundlicherweise den Transport von hier nach auswärts. Tanzen mit dem „Rolli“ + „Fußgänger“ macht Elke Mayer großen Spaß, welchen sie noch lange beibehalten will.

Im Pflegeheim möchte sie sich der Sterbebegleitung bei Demenz-und Alzheimerkranken widmen, bei alten und alleine gelassenen Menschen – eine bemerkenswerte, ausgleichende Aufgabe, die Elke Mayer mit Idealismus und Nächstenliebe verbindet.

Eine aus dem Pflegeheim nicht mehr wegzudenkende, stets freundliche und hilfsbereite Persönlichkeit unter den Ehrenamtlichen. Im Jahr 2002 mit der Bürgermedaille der Stadt Ludwigsburg ausgezeichnet.